Eigentlich ist es irreführend, von "dem" christlichen
Viertel in Jerusalem zu sprechen - schließlich ist auch
das armenische Viertel ein christliches Viertel, und auch
dort sind außer der armenisch-orthodoxen Kirche noch
andere beheimatet.
Trotzdem - hier, mehr oder weniger um die
Grabeskirche
herum, finden sich Kirchen, Klöster, Patriarchate und
Bischofssitze vieler verschiedener Konfessionen: das
lateinische, also römisch-katholische Patriarchat, das
griechisch-orthodoxe und das griechisch-katholische; die
Kopten und die Äthiopier ebenso wie die
Erlöserkirche der Lutheraner. All
diese Kirchen haben ihren "Stützpunkt" hier,
nahe dem Ort, an dem sich das zentrale Ereignis des
Christentums abgespielt hat - Tod und Auferstehung Jesu
Christi.
Es sind aber nicht nur Gemeinden und Einrichtungen fremder,
ausländischer Kirchen, zu denen Christen gehören, die
irgendwann hierher gekommen sind. Daß es auch
einheimische Christen gibt, ist bei uns oft nicht bewußt
- zu leicht assoziieren wir Palästinenser = Araber =
Muslime. Aber es gibt sie - arabische Katholiken,
Melkiten, Griechisch-Orthodoxe, Lutheraner und
Anglikaner. Ihre Lage ist schwierig; sie sind in
zweifacher Hinsicht eine Minderheit, als Palästinenser
in Israel und innerhalb ihrer Volksgruppe als Christen
unter Muslimen, und untereinander durch die
konfessionelle Aufspaltung zerspalten. Viele sehen für
sich und ihre Kinder hier keine Chance und gehen ins
Ausland, wenn es ihnen möglich ist - so leben immer
weniger Christen im Heiligen Land. |
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