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Jerusalem

Das muslimische Viertel
Viele Jahrhunderte lang stand Jerusalem unter muslimischer Herrschaft. Al-Quds, "die Heilige", wie die Stadt auf Arabisch heißt, gilt mit Mekka und Medina als die dritte heilige Stadt des Islam. Nicht nur die prächtigen Bauten des Haram es-Scharif und die in der Stadt verstreuten Moscheen, Medressen und Grabmäler zeigen, wie sehr die Stadt vom Islam geprägt ist: vor allem der Ruf der Muezzins erinnert fünfmal täglich daran.
Oft sind gleich mehrere Rufe aus verschiedenen Richtungen zu hören - mit kleinen Zeitverschiebungen vom Tonband über meist miserable Lautsprecheranlagen abgespielt und, je nach Begabung des Rufers, irgendwo zwischen Gesang und Gekrächze angesiedelt - die sich zu einem unvergleichlichen Chor verbinden.
In den Suqs und Straßen fallen vor allem Frauen ins Auge, die Kopftücher und lange Mäntel oder - besonders in der Gegend um das Damaskustor - traditionelle palästinensische Kleider tragen.
In den Souvenirläden hängen oft die islamischen Gebetsschnüre für die Rezitation der 99 schönen Namen Gottes friedlich neben den Rosenkränzen und den geknoteten Gebetsschnüren der orthodoxen Christen, und im Wettbewerb um das kitschigste Souvenir Jerusalems konkurrieren die dreidimensionalen Glitzercollagen mit aufgeschlagenem Koran und integrierter Uhr mühelos mit den überdimensionalen Wackelbildern, die je nach Betrachtungswinkel ein Jesus- oder Marienbild in Bonbonfarben zeigen.
Aber auch christliche Stätten finden sich im muslimischen Viertel, so die Kapellen und Kirchen der Via Dolorosa und die St. Anna-Kirche am Betesdateich.