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Jerusalem

Luftaufnahme des Zionsbergs
Der Zionsberg
Der Name "Zion" hat, genau wie Jerusalem selbst, eine lange und ziemlich verwirrende Geschichte. Ursprünglich bezeichnete man die Festung der Davidsstadt als "Zion", dann die ganze Davidsstadt. Diese lag außerhalb der heutigen Stadtmauer, südlich des späteren Tempelberges.
Die Stadt wuchs nach Norden, der Tempel wurde erbaut. "Zion" hieß die ganze Stadt, vor allem aber ihr wichtigster Ort: der Tempelberg. So sprechen die Psalmen und die Propheten meist vom Tempelberg als dem Zion. In der jüdischen Tradition blieb "Zion" auch immer ein Name für Jerusalem, das selbst als Symbol für das "Land der Väter" stand; dadurch kam der Zionismus zu seinem Namen.
In byzantinischer Zeit war vergessen, wo die Davidsstadt gelegen hatte; man vermutete sie einen Hügel weiter westlich. So ging der Name auf den Bereich über, der heute außerhalb der Stadtmauer südlich des armenischen Viertels liegt. Diese Gegend heißt auch heute noch Zion.
Wer durch das Zionstor die Altstadt verläßt und auf dem Zion herumgeht, sieht viele hohe Mauern. Das macht neugierig: was mag dahinter sein? Nun, meistens sind da Friedhöfe... Aber es gibt auf dem Zion auch manches Sehenswertes. Weil man den Zion für die Davidsstadt hielt, vermutete man hier auch das Grab Davids. Zuerst errichteten Christen zum Gedächtnis an das Davidsgrab eine Kapelle, später fügten Moslems ein leeres Grabmal, einen Kenotaph, ein; heute ist hier eine Synagoge.
Nach alter Jerusalemer Tradition war der Zion auch das Zentrum der urchristlichen Gemeinde; das Haus, in dessen Obergemach Jesus mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl beging und in dem sich die Urgemeinde versammelte, soll hier gestanden haben. Ein Raum über dem Davidsgrab erinnert an den  Abendmahlssaal.
Auch Maria soll damals auf dem Zion gelebt haben und hier gestorben sein - daran erinnert die Dormitio-Kirche mit der Benediktinerabtei Hagia Maria Sion.